PFAS, auch als per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen bekannt, werden seit den 1950er Jahren in zahlreichen kommerziellen und industriellen Anwendungen eingesetzt. Aufgrund ihrer Beständigkeit in der Umwelt werden sie als „ewige Chemikalien“ bezeichnet, da sie sich nicht ohne Weiteres abbauen lassen. Diese Substanzen, die in verschiedenen Produkten – darunter auch Kosmetika – vorkommen, wirken sich negativ auf die Gesundheit von Menschen und Tieren sowie auf Ökosysteme aus. Hohe PFAS-Konzentrationen können das Risiko verschiedener Erkrankungen erhöhen, etwa von Leber- und Schilddrüsenerkrankungen, Krebserkrankungen oder Diabetes.
Die neuseeländische Umweltschutzbehörde (EPA) hat einen Plan zum schrittweisen Verbot von PFAS-Chemikalien in der Kosmetikproduktion angekündigt. Damit ist Neuseeland das erste Land weltweit, das eine solche Entscheidung trifft, um „ewige Chemikalien“ aus der Kosmetikbranche zu verbannen – wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit.
Die Schädlichkeit von PFAS ist längst bekannt
Im Juli 2020 veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein Gutachten, in dem sie feststellte, dass perfluorierte Alkylsubstanzen die Entwicklung negativ beeinflussen und sich nachteilig auf den Cholesterinspiegel, die Leberfunktion, das Immunsystem sowie das Geburtsgewicht auswirken können. Die EFSA stufte die Auswirkungen auf das Immunsystem als besonders besorgniserregend ein und legte einen tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmewert von 4,4 ng/kg Körpergewicht pro Woche für die Summe der perfluorierten Alkylsubstanzen fest. Die Behörde äußerte zudem Bedenken darüber, dass ein Teil der europäischen Bevölkerung diesen Grenzwert überschreitet.
Wann verschwinden PFAS-Kosmetika aus den Regalen?
Die Entscheidung, PFAS-haltige Kosmetika in Neuseeland vom Markt zu nehmen, soll spätestens 2026 in Kraft treten. Obwohl PFAS bislang nur in einer geringen Anzahl von Kosmetikprodukten nachgewiesen wurden, ergreift die EPA vorsorgliche Maßnahmen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Dieses Verbot ist eine von mehreren Initiativen zum Schutz der Bevölkerung vor schädlichen Substanzen. Dr. Shaun Presow, Experte der EPA, betonte die Persistenz und potenzielle Toxizität dieser Chemikalien, was die Behörde zu dieser Entscheidung bewogen hat.
Eine Herausforderung für den Export nach Neuseeland
Das Hauptproblem betrifft importierte Kosmetika, die 90 % des Angebots auf dem neuseeländischen Markt ausmachen. Dies könnte zur Einführung strengerer Importvorschriften für Kosmetika führen, was wiederum dazu führen könnte, dass bestimmte Produkte nach 2027 vom Markt genommen werden müssen.
Unternehmen und PFAS
PFAS spielen für viele Industriezweige eine Schlüsselrolle. Laut dem Ranking von Chemsec.org
gehören zu den 12 größten PFAS-Herstellern Unternehmen wie 3M, BASF, Bayer oder MERCK. Diese 12 PFAS produzierenden Unternehmen haben die größten Möglichkeiten, eine Politik zur Einschränkung der Produktion und Verwendung von PFAS einzuführen. Mehr Transparenz bei der PFAS-Produktion könnte diese Unternehmen zu einem zukunftsorientierteren Geschäftsmodell bewegen – ein Beispiel dafür ist 3M: 2022 kündigte das Unternehmen an, die PFAS-Produktion bis 2025 einzustellen.
