In der Kosmetikindustrie wird die Erweiterung eines Produktportfolios häufig mit der Entwicklung neuer Formulierungen verbunden. Ein neues Serum, eine weitere Creme, eine Maske oder ein Spezialprodukt bedeuten ein neues Briefing, Entwicklungsarbeit im Labor, Tests und die Vorbereitung auf die Produktion.
Doch Portfoliowachstum muss nicht immer mit einer neuen Formulierung beginnen.
Dieselbe Formulierung kann in unterschiedlichen Verpackungsformaten angeboten werden, verschiedene Verbraucherbedürfnisse erfüllen und unterschiedliche Geschäftsziele einer Marke unterstützen. Eine Creme in Originalgröße kann beispielsweise auch als Reisegröße, als einem Auftrag beigelegte Probe oder in einem praktischen Sachet zur einmaligen Anwendung angeboten werden.
Damit ist das Format weit mehr als nur eine Möglichkeit, ein Kosmetikprodukt zu verpacken. Es kann zu einem Teil der Produktstrategie werden.
Verpackung ist mehr als Design
Die Verpackung ist eines der sichtbarsten Elemente eines Kosmetikprodukts. Form, Material, Farbe und Veredelung beeinflussen, wie Verbraucher das Produkt wahrnehmen und wie es sich in die visuelle Identität einer Marke einfügt.
Aus Sicht von Forschung & Entwicklung und Produktion erfüllt die Verpackung jedoch wesentlich mehr Funktionen.
Ein Tiegel kann das sensorische Produkterlebnis unterstützen. Ein Airless-System ermöglicht eine präzise und komfortable Dosierung. Eine Tube ist eine praktische Lösung für die tägliche Anwendung. Ein Sachet wiederum ermöglicht es, eine kleine, genau definierte Produktmenge anzubieten.
Deshalb sollte die Wahl des Formats nicht nur auf der Optik der Verpackung basieren, sondern auch auf den Eigenschaften der Formulierung, der Art der Anwendung, der Zielgruppe und dem Vertriebskonzept des Produkts.
Ein Sachet ist mehr als nur eine Produktprobe
Ein Verpackungsformat, das Marken besonders vielfältige Möglichkeiten bietet, ist das Sachet.
Die naheliegendste Anwendung ist das Sampling. Verbraucher können ein Produkt testen, bevor sie sich für die Originalgröße entscheiden. Gleichzeitig können Marken Proben E-Commerce-Bestellungen, Werbematerialien oder Produktsets beilegen.
Die Möglichkeiten gehen jedoch weit darüber hinaus.
Sachets können eingesetzt werden als:
- Produktproben zur Unterstützung von Neueinführungen,\
- Einmal- und Reiseformate,\
- Bestandteil von Discovery Sets,\
- Produkte für Hotels, Spas und den Hospitality-Bereich,\
- Einzelportionen von Kosmetikprodukten für professionelle Behandlungen,\
- Bestandteil mehrstufiger Pflegeroutinen,\
- Format, mit dem Verbraucher mehrere Produkte einer Marke kennenlernen können, bevor sie sich für die Originalgrößen entscheiden.\
Dadurch kann eine bereits bestehende Formulierung zusätzliche kommerzielle Einsatzmöglichkeiten erhalten, ohne dass ein völlig neues Kosmetikkonzept entwickelt werden muss.
Dies kann insbesondere für Marken interessant sein, die zusätzliche Kontaktpunkte zwischen Verbraucher und Produkt schaffen, die Produktentdeckung unterstützen oder bestehende Produkte auf neue Weise am Markt positionieren möchten.
Dieselbe Formulierung bedeutet nicht einfach eine andere Verpackung
Ein Kosmetikprodukt von einem Tiegel in eine Tube zu übertragen oder dieselbe Formulierung zusätzlich in einem Sachet anzubieten, mag zunächst relativ einfach erscheinen. Aus technologischer Sicht ist dieser Prozess jedoch komplexer.
Formulierung und Verpackung bilden ein gemeinsames System.
Bevor eine Formulierung in einem neuen Format eingeführt wird, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:
Viskosität und Rheologie Die Formulierung muss sowohl für die gewählte Dosiermethode als auch für den Abfüllprozess geeignet sein.
Kompatibilität mit dem Verpackungsmaterial Ein Kosmetikprodukt bleibt während seiner gesamten Haltbarkeitsdauer mit der Verpackung in Kontakt. Daher muss das Verhalten des Systems aus Formulierung und Verpackung über einen längeren Zeitraum bewertet werden.
Dosierung Eine Creme im Tiegel wird anders angewendet als ein Produkt mit Pumpsystem oder in einem Sachet zur einmaligen Anwendung. Die Produktmenge sollte der vorgesehenen Anwendung entsprechen.
Abfüllung und Versiegelung Jedes Verpackungsformat stellt eigene technologische Anforderungen, die bereits bei der Planung des Produktionsprozesses berücksichtigt werden müssen.
Produktstabilität Ein Wechsel der Verpackung kann die Exposition des Produkts gegenüber Licht, Luft oder Verpackungsmaterialien verändern. Daher sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass sich eine Formulierung in jedem Verpackungssystem identisch verhält.
Genau deshalb sollte das Verpackungsformat als Teil der Produktentwicklung betrachtet werden und nicht nur als letzte Entscheidung vor Produktionsbeginn.
Ein Produkt – unterschiedliche Kontaktpunkte mit dem Verbraucher
Das Verpackungsformat lässt sich auch aus der Perspektive der Customer Journey betrachten.
Nehmen wir als Beispiel eine Creme, die standardmäßig in einer 50-ml-Packung verkauft wird.
Dieselbe Formulierung kann in einem Sachet einer Bestellung mit einem anderen Produkt beigelegt werden und so zum ersten Kontakt des Verbrauchers mit der Creme werden. Eine kleinere Größe kann Bestandteil eines Discovery Sets oder Travel Sets sein. Die Originalgröße bleibt gleichzeitig das zentrale Verkaufsprodukt.
Auf diese Weise können unterschiedliche Formate derselben Formulierung verschiedene Phasen der Beziehung zwischen Verbraucher, Produkt und Marke unterstützen:
DISCOVER → TRY → EXPERIENCE → BUY
Damit verändert sich die Rolle der Verpackung. Sie ist nicht mehr nur der Behälter, in dem ein Produkt in den Handel gelangt. Sie kann zu einem Instrument für Sampling, Verkauf, Produkterlebnis und Portfolioentwicklung werden.
Das Verpackungsformat sollte bereits in der R&D-Phase berücksichtigt werden
Die größten Möglichkeiten entstehen, wenn Entscheidungen über die Formulierung und ihre potenziellen Verpackungsformate frühzeitig im Entwicklungsprozess getroffen werden.
Wenn eine Marke bereits zu Beginn weiß, dass neben dem Full-Size-Produkt auch Proben, Sachets oder Reisegrößen geplant sind, können diese Anforderungen bei der Formulierungsentwicklung, der Auswahl der Verpackung, der Planung der Tests und der Gestaltung des Produktionsprozesses berücksichtigt werden.
Dadurch lässt sich ein Produkt von Anfang an umfassender betrachten als nur aus der Perspektive eines einzelnen SKU.
Die Frage muss also nicht immer lauten: Welches Kosmetikprodukt sollten wir als Nächstes entwickeln?
Manchmal lohnt es sich, zuerst eine andere Frage zu stellen:
Wie können wir das Produkt, das wir bereits haben, noch nutzen?
Kosmetikproduktion in verschiedenen Formaten bei MG Evolution®
Bei MG Evolution® begleiten wir Marken während des gesamten Produktentwicklungsprozesses – von der Idee und Formulierungsentwicklung über Verpackungsauswahl, Tests und regulatorische Vorbereitung bis hin zu Scale-up, Produktion, Abfüllung und Verpackung.
Wir produzieren Kosmetikprodukte in verschiedenen Verpackungsformaten und ermöglichen Marken damit sowohl die Entwicklung neuer Produkte als auch die Erschließung zusätzlicher Einsatzmöglichkeiten für bestehende Formulierungen.
Zu unseren Produktionsmöglichkeiten gehören auch Sachets ab 1 ml, mit Produktionsmengen ab 5.000 Stück. Damit eignet sich dieses Format unter anderem für Sampling, Produktsets, Reisegrößen und Anwendungen im professionellen Beauty-Bereich.
Denn die Erweiterung eines Produktportfolios erfordert nicht immer eine neue Formulierung.
Manchmal braucht es einfach eine neue Perspektive auf das Format.
